Tag der Opfer der Besetzung der Tschechoslowakei

21. August, Freitag

Tag der Opfer der Besetzung der Tschechoslowakei
© ShutterStock
Am 21. August 1968 marschierten Truppen des Warschauer Pakts, angeführt von der Sowjetunion, in die Tschechoslowakei ein, um den sogenannten Prager Frühling gewaltsam zu beenden. Diese militärische Besetzung war eine Reaktion auf die politischen Reformen unter der Führung von Alexander Dubček, der versuchte, einen „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“ zu etablieren. Die Invasion führte zu zahlreichen Todesopfern, Verletzten und einer langanhaltenden politischen Repression. Der Tag der Opfer der Besetzung der Tschechoslowakei erinnert an dieses einschneidende Ereignis in der Geschichte des Landes.

Hintergrund
Der Prager Frühling begann Anfang 1968 und war eine Phase politischer Liberalisierung in der Tschechoslowakei. Die Regierung versuchte, Meinungsfreiheit, Pressefreiheit und wirtschaftliche Reformen einzuführen. Diese Entwicklungen wurden jedoch von der Sowjetunion und anderen Ostblockstaaten als Bedrohung für das sozialistische System angesehen. In der Nacht vom 20. auf den 21. August 1968 überschritten Truppen aus fünf Ländern – der Sowjetunion, Polen, Ungarn, Bulgarien und der DDR – die Grenzen der Tschechoslowakei und besetzten das Land.

Die Ereignisse des 21. August 1968
Die Invasion traf die Bevölkerung völlig unvorbereitet. Panzer rollten durch die Straßen von Prag und anderen Städten, während sich viele Bürger friedlich gegen die Besetzung stellten. Trotz des Widerstands konnte die Reformregierung nicht an der Macht bleiben. Die Besetzung führte zu etwa 137 Todesopfern und Tausenden Verletzten. Viele Menschen flohen ins Ausland, und die politische Repression nahm wieder zu.

Einführung des Gedenktags
Der Tag der Opfer der Besetzung der Tschechoslowakei wurde offiziell in der Tschechischen Republik eingeführt, um an die Opfer der Invasion zu erinnern und das Bewusstsein für die Bedeutung von Freiheit und Demokratie zu stärken. Er wird jedes Jahr am 21. August begangen. Der Tag ist kein gesetzlicher Feiertag, aber es finden Gedenkveranstaltungen, Kranzniederlegungen und öffentliche Reden statt.

Bedeutung in der heutigen Zeit
Der Gedenktag hat eine wichtige symbolische Bedeutung für die tschechische Gesellschaft. Er erinnert nicht nur an die Opfer der Invasion, sondern auch an die Gefahren autoritärer Eingriffe und die Bedeutung demokratischer Werte. Besonders in Zeiten politischer Spannungen wird der Tag genutzt, um die Bedeutung von Souveränität, Meinungsfreiheit und nationaler Selbstbestimmung zu betonen.

Gedenkformen
Typische Formen des Gedenkens sind:

* Kranzniederlegungen an Denkmälern, insbesondere am Wenzelsplatz in Prag
* Gedenkminuten und Schweigemärsche
* Ausstellungen und Vorträge zur Geschichte des Prager Frühlings
* Medienberichte und Dokumentationen im Fernsehen und Radio

Der Tag der Opfer der Besetzung der Tschechoslowakei ist ein bedeutender Bestandteil der tschechischen Erinnerungskultur und trägt dazu bei, die Geschichte des Landes wachzuhalten und Lehren für die Zukunft zu ziehen.
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