Nakba-Tag
15. Mai, Donnerstag

Historischer Kontext
Die Nakba oder „Katastrophe“ ereignete sich als Folge der Ereignisse rund um den Arabisch-Israelischen Krieg von 1948. Damals wurden rund 750.000 Palästinenser durch Gewalt, Feindseligkeiten und Zwangsdeportationen aus ihren Häusern vertrieben, ihre Gemeinden wurden zerstört oder neu besiedelt.
1947 verabschiedete die UN-Generalversammlung die Resolution Nr. 181, die die Aufteilung Palästinas in zwei Staaten – einen jüdischen und einen arabischen – vorschlug. Diese Entscheidung wurde von arabischen Ländern abgelehnt. Nachdem Israel am 14. Mai 1948 seine Unabhängigkeit erklärt hatte, brach ein Krieg aus, in dessen Verlauf viele Palästinenser ins Exil gezwungen wurden. Mehr als 400 Dörfer wurden zerstört und die verbliebenen Palästinenser waren rechtlicher und sozialer Diskriminierung ausgesetzt.
Wie wird der Nakba-Tag gefeiert?
Märsche und Demonstrationen. In Palästina und in Ländern mit vielen palästinensischen Flüchtlingen werden Massenmärsche, Demonstrationen und Kundgebungen organisiert. Die Teilnehmer tragen Schlüssel und symbolische Karten bei sich, die verlorene Häuser und die Hoffnung auf Rückkehr symbolisieren.
Schweigeminute und Namensverlesung. Mancherorts werden Schweigeminuten zum Gedenken an die Opfer abgehalten und auch die Namen der zerstörten Dörfer verlesen.
Kulturelle Veranstaltungen. In den Städten finden Ausstellungen zum Thema Nakba, Dokumentarfilmvorführungen und Theateraufführungen statt. Es werden Vorträge und Diskussionen zur palästinensischen Geschichte und zur aktuellen Situation organisiert.
Aufrufe zur Solidarität. Der Nakba-Tag wird genutzt, um die internationale Aufmerksamkeit auf die Palästinenserfrage und die Lebensbedingungen von Flüchtlingen zu lenken.
In Schulen und Universitäten. Es werden Bildungsprogramme durchgeführt, um jüngeren Generationen zu helfen, die Bedeutung der Nakba und ihre Folgen zu verstehen.